9. Norddeutscher Lehrertag

Werte machen Schule wertvoll - Bildung fängt mit Wertschätzung an

Samstag, den 14.10.2017- 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr - Astrid Lindgren Schule Schwerin, Talliner Straße 4 - 6, 19063 Schwerin

Teilnahmegebühr: VBE - Mitglieder 10 € / Nichtmitglieder 15 € - bitte nach Anmeldung überweisen

 

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Gedanken zum 9. Norddeutschen Lehrertag am 14.10.2017 in Schwerin

Ein Thema, das viele Kolleginnen und Kollegen offensichtlich angesprochen hat. Die hohe Anzahl der Anwesenden, auch an einem Samstag zur Fortbildung zu fahren, bestätigt das. Die Astrid-Lindgren-Schule öffnete wieder ihre Türen für unseren Norddeutschen Lehrertag und ca. 190 Lehrkräfte folgten der Einladung. Mit einem erfrischenden Eingangskonzert des Chores begann der viel versprechende Tag. Im Übrigen wurde der Chor vom Schulleiter, Herrn Metzler, persönlich dirigiert.

Unser Landesvorsitzender, Herr Michael Blanck, verstand es schon mit seinen Grußworten, die Gedanken auf das Wesentliche zu lenken. Kritisch mahnte er an, dass es oft schwierig ist, wenn Medien oder auch Politiker die in Schule geleistete Arbeit zu wenig unterstützen, sich manchmal sogar kontraproduktiv verhalten. Auch auf die Vorbildwirkung in allen Bereichen unserer Gesellschaft ging Michael Blanck ein. Als ein Beispiel nannte er die Einführung einer Bannmeile für Trainer Zuschauer auf Fußballplätzen für Kinder und Jugendliche.

Werte und Wertschätzung, jeder wünscht sie sich. Sind sie doch so wichtig, sich in der Welt, im Leben, in der Schule oder der Familie zu orientieren. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass die Mehrheit der Schüler und Eltern unsere tägliche Arbeit achtet und unterstützt. Nachdenklich machte mich das bisherige Ergebnis zu einer Umfrage von Gewalt gegenüber Lehrkräften, leider auch in Mecklenburg-Vorpommern. Erschreckend finde ich, dass nach den bisherigen Ergebnissen 2/3 der Lehrkräfte psychische Gewalt gegen sich erfahren mussten. Gedanken, dass Wertschätzung nicht nur mit Geld zu tun hat, fanden breite Zustimmung. Ideen, z. B. Dienstjubiläen nicht erst nach 25 Jahren zu würdigen, wären mit Sicherheit ein Schritt in die richtige Richtung. Aber auch Überlegungen einer Neuauflage zu Altersteil-zeitregelungen für die Kolleginnen und Kollegen, sollten zeitnah in die Tat umgesetzt werden.

Frau Hesse, Bildungsministerin Mecklenburg Vorpommern, hat das hoffentlich als Auftrag mitgenommen. In ihren Grußworten übermittelte sie den Lehrerinnen und Lehrern, dass sie unsere tägliche Arbeit achtet und dieser großen Respekt zollt. Kritische Worte und Unverständnis äußerte sie zu Reaktionen und Kommentaren, besonders auch in den sozialen Netzwerken, bezüglich der Ergebnisse der Studie des IQB für Bildungstrends 2016. Aber auch die Verrohung der Sprache und die teilweise Respekt-losigkeit von Schülern beklagte unsere Ministerin. Frau Hesses Ausführungen zu dem viel diskutierten Thema Inklusion ließen uns aufhorchen. „Inklusion ja, aber mit Augenmaß, sie hat ihre Grenzen.“ Zusätzliches Personal ist notwendig. Auch die Überlegungen zum teilweisen Erhalt der Förderschulen sind ein positives Signal.

Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des VBE, ließ es sich in seinen Grußworten nicht nehmen, die täglich geleistete Arbeit in deutschen Klassenzimmern als großartige Arbeit zu bezeichnen, die im besten Sinne des Wortes „Wertschätzung“ verdient. An die Verantwortlichen für Bildung und die Politiker richtete er mahnende Worte. „Neue Aufgaben? Na klar und jederzeit. Wenn die Gesellschaft ein neues Problem hat, ist Schule die Lösung. Die entsprechenden zusätzlichen Ressourcen zur Bearbeitung des Problems – jedoch Fehlanzeige. …“ In seinen Ausführungen ging er auf Inklusion, Integration, Profession des Lehrerberufs, Bezahlung und Ressourcen ein.

Der Fachvortrag von Herrn Dr. Peter Herrmann befasste sich mit Lösungsvorschlägen zum Umgang mit schwierigen Schülern. Hier konnte man sich den einen oder anderen guten Tipp für den Alltag mitnehmen. So regte mich der Begriff „Aufgeweichte Generationsgrenze“ und das sich daraus ergebende Beziehungsgefüge sehr zum Nachdenken an.

Die nun folgende Mittagspause wurde nicht nur zum Essen genutzt.

Viele Aussteller präsentierten interessante Unterrichtsmittel, für die Kollegen sicher die eine oder andere neue Idee für den Unterricht. Jeder Teilnehmer hatte am Nachmittag die Möglichkeit, zwei der acht angebotenen Workshops zu besuchen. Angebote gab es ja reichlich. In den von mir besuchten Workshops zu Gesunder Schulkultur und Meldepflichtige Vorfälle an Schulen gab es viele Informationen, die mich in meinem Arbeitsalltag unterstützen.

Dank und Anerkennung an die Ideengeber und Gestalter des 9. Norddeutschen Lehrertages. Tragen wir gemeinsam auch in Zukunft dazu bei, eine Kultur des Miteinanders und gegenseitiger Wertschätzung weiter zu entwickeln.

Ortrud Waterstradt

Hauptreferat 1 - Umgang mit schwierigen Schülern - Lösungsvorschläge einer systemischen Pädagogik

Dr. Peter Herrmann/ ISIS Institut Köln

Workshop 1 - Umgang mit schwierigen Schülern - Lösungsvorschläge einer systemischen Pädagogik - Vertiefung des Hauptvortrages

Dr. Peter Herrmann/ ISIS Institut Köln

In dem Workshop werden die wichtigsten Aspekte des Vortrages aufgegriffen und vertieft. Dabei geht es vor allem darum, die systemische Haltung im Umgang mit schwierigen Schülern zu erweitern und ergänzende systemische Methoden für die Lösung von Problemsituationen kennenzulernen. Darüber hinaus soll der Workshop den TeilnehmerInnen die Gelegenheit bieten, ihre Fragen zur Sichtweise und zum Vorgehen der systemischen Pädagogik mit dem Referenten zu erörtern.

 

Workshop 2 - Softskill "Emotionale Kompetenz" - Wie Wertschätzung selbst in Konfliktsituationen noch gelingt

Katharina Aschenbach / zert. TeK - Trainerin & Systemischer Coach / Lehrkraft im Schuldienst

Emotionale Kompetenz zählt zu den zentralen Soft Skills im Schulalltag. Während es bereits zahlreiche Konzepte und Formate für SchülerInnen gibt, ist es dringend notwendig, vor allem auch fürsorglich für Lehrkräfte und pädagogisches Personal zu sorgen!

Ein Ziel des Workshops wird sein, anhand von konkreten Beispielen aus dem Schulalltag Konfliktsituationen mit Hilfe eines professionellen Emotionsmanagements nachhaltig zu entschärfen und Entlastung zu schaffen: Erste Einblicke dienen der bewertungsfreien Wahrnehmung eigener Emotionen. Darauf aufbauend sollen erste Möglichkeiten zum Regulieren und Analysieren eigener Emotionen vorgestellt und geübt werden.

Katharina Aschenbach arbeitet als Lehrkraft und Schulmediatorin am Gymnasium Winsen. Freiberuflich ist sie als Trainerin und systemischer Coach tätig. Haupteinsatzgebiete sind bundesweite schulinterne Lehrerfortbildungen zur Stress- und Burnout-Prophylaxe an verschiedenen Schulen und Schulleitungs-Coachings auf dem Deutschen und Österreichischen Schulleiter-Kongress seit 2012.

 

Workshop 3 - Wertschätzung und Wirklichkeit: Elterngespräche gelingen lassen

Quint Gembus / stellv. Landesvorsitzender VBE Niedersachsen

Schwierige Elterngespräche konfliktfrei gelingen lassen. Gesprächstechniken wie aktives Zuhören und systemische Ansätze für eine Problemlösung werden aufgezeigt und beispielhaft geübt. Je nach Gruppengröße können auch Rollenspiele statt finden oder mitgebrachte Probleme beispielhaft besprochen werden. Ziel ist es auch die Perspektive der Eltern zu verstehen und sie für sich zu nutzen – ich kann Eltern zwar nicht erziehen, aber sie als Partner für gemeinsame Erziehungsziele für ihre Kinder gewinnen.

 

Workshop 4 - So helfen anpassbare Interaktive Übungen, editierbare Interaktive Bücher / e - Themenhefte und interaktive Umfragen bei individueller Förderung und Differenzierung

Stefan Schätti, Geschäftsführer co.Tec GmbH</strong

Mit MasterTool X, der neuen Generation von MasterTool, erstellen Sie völlig intuitiv und frei Interaktive Übungen und mit MyBookMachine erstellen Sie ebenso intuitiv und frei lebendige elektronische Bücher oder zusammen mit Ihren Schülern e-Themenhefte mit bisher ungeahnten Möglichkeiten. MyBookMachine gestattet Ihnen u.a. eingebettete Bilder oder Texte mit Aktionen zu versehen. Der Klick auf ein Bild öffnet z.B. ein Video in YouTube, ein Word-Dokument zu einer bestimmten Fragestellung oder passgenau eine interaktive Übung aus anderen Programmen (z. B. MasterTool). Auch Interaktive Umfragen als reine Umfrage, Test oder gar zur Evaluation können mittels MyVotingTool direkt in MyBookMachine eingebunden werden. Für Handbücher · Lehrbücher · Schulbücher · Präsentationsbücher · Studienbücher · e-Themenhefte · Jahrbücher  · Projektbücher etc.

 

Workshop 5 - Prävention in der Sekundarstufe - Heterogenität auf breiter Basis annehmen

Christian Schmarbeck / SoL Kiel

Der Begriff der Prävention gewinnt in pädagogischen Kontexten immer mehr Bedeutung. Die unterschiedlichen Ebenen von Prävention/Intervention werden anhand von Beispielen aus dem Sek I Bereich vorgestellt. Anschließend werden dazu einzelne, exemplarische Tools vorgestellt, die im Sinne einer grundlegenden Prävention in den schulischen Alltag integriert werden können.

 

Workshop 6 - Unterrichten mit digitaler Tafel und Tablets

Leonard Bonna / Business Development Manager Promethean GmbH

Unterrichten mit interaktiver Tafel und Tablets:

Im Workshop betrachten wir Anwendungen, wie mobile Endgeräte und interaktive Tafeln im Unterricht eigesetzt werden können. Die Einbeziehung mobiler Endgeräte schafft völlig neue Dimensionen differenzierter Arbeit mit leistungsstarken wie auch schwierigen Schülern. Dafür laden wir Sie in einen interaktiven Klassenraum mit digitalen Unterrichtswerkzeugen und Aufgabenformaten ein. Gestalten Sie die Veranstaltung mit, indem Sie Ihr eigenes Tablet, Smartphone oder Notebook zum Workshop mitbringen!

 

Workshop 7 - Gesunde Schulkultur: Qualitätskriterien - Indikatoren - Möglichkeiten und Grenzen

Stefan Schneider /  Regionalleiter Präventionsmaßnahmen und Schulungen - „medical airport service GmbH“, Psychologe,
Supervisor, Coach, Lehrer

  • Erklärung und Bedeutung von guter Schulkultur
  • Werte und Haltungen als Basis von Schulkultur
  • Rahmenbedingungen zur Gestaltung einer guten Schulkultur
  • Qualitätskriterien und Schlüsselindikatoren einer guten Schulkultur
  • Individuelle Möglichkeiten und Grenzen in der Umsetzung einer guten Schulkultur

In der Veranstaltung wollen wir erarbeiten, wie Werte und Soft-Skills in eine gute, gesunde Schulkultur eingebettet sein können. Hierzu stehen Fragestellungen im Raum wie:

  • Gestaltung der Schule als Lebensraum
  • Gestaltung der Schule als Lebensraum
  • Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und Eltern
  • Kooperation mit gesellschaftlichen Partnern

 

Workshop 8 - Meldepflichtige Vorfälle an Schulen: schulaufsichtliche Perspektive

Dr. Jenny Krebs / Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V

Schule ist in vielerlei Hinsicht ein Spiegelbild der Gesellschaft mit all ihren Spannungsfeldern. Grundsätzlich werden die entsprechend der Verwaltungsvorschrift für den Umgang mit Notfällen an den öffentlichen Schulen Mecklenburg-Vorpommerns gemeldeten Vorfälle in der obersten Schulbehörde durch die Leitung des Zentralen Fachbereiches für Diagnostik und Schulpsychologie sowie in den für die jeweilige Schulart zuständigen Referaten der Schulaufsicht zur Kenntnis genommen, schulaufsichtlich und (sofern angezeigt) schulpsychologisch begleitet. Im Rahmen des Workshops erfolgt ein Austausch über den schulischen und schulaufsichtlichen Umgang mit besonderen Vorkommnissen. Hierbei wird auch auf die Thematik „Gewalt gegen Lehrkräfte“ Bezug genommen.

 

27.09.2017

Die norddeutschen Landesverbände des VBE:
Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und der Verband Bildungsmedien sind gemeinsamer Veranstalter des traditionellen Norddeutschen Lehrertages.

Ob Lehrergesundheit, Inklusion, Der Raum als 3. Pädagoge, moderne Medien oder Classroom Management – interessante Themen für Lehrer gibt es genug.

 
 

 

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