„Sind wir alle internett? Medienkompetenz zwischen Mündigkeit und Arglosigkeit“ war das Thema des diesjährigen Lehrertages, der, wie in den vergangenen Jahren, wieder in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern stattgefunden hat. Lehrer aus 9 Bundesländern sind nach Schwerin gereist, um sich dem Thema „Digitale Medien“ zu widmen.

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Der Landesvorsitzende des VBE, Michael Blanck, und der Bundesvorsitzende, Udo Beckmann, zeigten die Vorteile, aber auch die Probleme bei der fortschreitenden Nutzung moderner Technik im Unterricht auf. Sie stellten fest, dass die Ausstattung der Schulen mit Computern oder  anderer Medientechnik sehr unterschiedlich ist, überwiegend jedoch mangelhaft.

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Natürlich spielte auch der Pakt für Digitale Bildung, mit dem die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Schule für eine verstärkte Förderung der digitalen Kompetenzen der Schüler sorgen möchte, eine wichtige Rolle in den Diskussionen.

Dass der Verband Bildung und Erziehung, sprich die Initiatoren des Lehrertages, wissen, dass eine bessere Ausstattung der Schulen mit Computern, Laptops, digitalen Tafeln und vielem mehr nicht ausreicht, um diese Aufgabe zu lösen, zeigte das umfangreiche und vielfältige Programm des Lehrertages. 

Zu einer qualitativ hochwertigen Förderung unser Schüler im Umgang mit Computertechnik, also Digitalen Medien, gehört auch die Kenntnis der Gefahren, wie Datenklau, Verschuldung oder Cybermobbing. Letzteres vermittelte Frau Gesa Stückmann in einem eindrucksvollen Vortrag. Ein Erlebnis, das in dem Rahmen dieses Berichtes nicht annähernd vermittelt werden kann. Das Angebot eines Webinars (=Web Seminar) von www.law4school.de ist inzwischen mehrfach von Schulen genutzt worden und soll an dieser Stelle als heißer Tipp für Eltern und Schüler, aber gerade auch uns Lehrer, nicht fehlen.

Fachkräfte an Schulen zu holen ist eine wichtige Forderung des diesjährigen Lehrertages. Das betrifft, wie eben ausgeführt, die umfangreiche Aufklärung über Kriminalität im Netz, aber auch die vielfältigen Möglichkeiten für neue Unterrichtsformen.

Das Projekt Medienkompass Mecklenburg–Vorpommern, das vom Bildungsministerium und der Staatskanzlei unterstützt wird, kann  dabei eine hilfreiche Unterstützung für Schulen sein, wie das Hauptreferat von Herrn Dr. Jan Hartmann und Frau Dr. Ulrike Möller zeigte. Der Medienkompass ist Kooperationsprojekt zwischen der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern und der Universität Greifswald. Er dient als Orientierungshilfe für alle Bildungseinrichtungen, angefangen beim Kindergarten, und bietet etwa 80 verschiedene Projektbeschreibungen mit konkreten Tipps für Lehrende und Eltern. (Kostenloser Download der Materialien über www.medienkompetenz-in-mv.de/medienkompass/index.html)

Das Angebot Audit „Auf dem Weg zur Medienschule!“ dient der Selbstevaluation von Schulen. Diese kann mit Bildungspartnern oder selbstständig erfolgen, darüber entscheidet die Lehrerschaft der Schule. Sie finden dazu ebenfalls Informationen im Netz unter medienundschule.inmv.de.

Ganz und gar praktische Fortbildung zum Thema Hardware und Software wurde in den Workshops von kundiger Hand geboten: Stefan Schätti (co.Tec GmbH) und Stefan Heymann (Promethean GmbH) widmeten sich engagiert dem Thema Weiterbildung für Lehrer. Vernetztes Lernen, Erstellen von interaktiven Unterrichtsmaterialien, einfache Lösungen für Abstimmungen und Evaluationen im Unterricht und im beruflichen Umfeld u.v.a.m. waren eine Bereicherung hinsichtlich des Wissens um die Möglichkeiten, die sich den Lehrern heutzutage über die Nutzung der Computertechnik bieten.

Ein Lehrertag ist nicht in einen Artikel des VBE – Report zu packen. Schauen, Kollegen treffen, angeregte Gespräche führen und viele Informationen mitnehmen, das sind die Potenzen einer solchen Veranstaltung, die eine wichtige Bereicherung des Lehreralltags darstellt.

Dies finden nicht nur die Kollegen, die diese Möglichkeit der Fortbildung seit vielen Jahren nutzen, sondern auch der ehemalige Bildungsministers Mathias Brodkorb, der sich auch in diesem Jahr noch einmal die Zeit genommen hat, in die Astrid-Lindgren-Schule zu kommen. Er betonte, dass die Zusammenarbeit mit dem VBE konstruktiv und eine wichtige Basis seiner Arbeit war. Und mit Recht kann an dieser Stelle gesagt werden, dass sich in den vergangenen vier Jahren eine Menge Positives im Schulbereich von Mecklenburg-Vorpommern bewegt hat.

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(Von Corinna Tschierschky.)