6. Norddeutscher Lehrertag in Schwerin

 

 

Über 130 Lehrer aus Mecklenburg-Vorpommern und den anderen norddeutschen Bundesländern konnte der Landesvorsitzende des VBE M-V M.Blanck am 27.09. zum 6. Norddeutschen Lehrertag in Schwerin begrüßen. „Classroom Managment beginnt vor dem Unterricht und hört nach diesem nicht auf. Auf den Lehrer kommt es an.“, so Blanck in seinen Eröffnungsworten. Er verglich die psychische Belastung eines Lehrers in einer Stunde mit dem Stress, den ein Pilot während des Start- oder Landevorgangs aushalten muss. Allerdings könne der Lehrer nur erfolgreich agieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Blanck: „Wir unterrichten heute noch in Räumen, die zu Zeiten gebaut wurden, als Unterrichtsdisziplin noch im engen Zusammenhang zu absoluten Gehorsam stand. Diese können die Anforderungen an eine moderne Unterrichtsgestaltung nicht mehr erfüllen.“ Daran knüpfte der Bundesvorsitzende Udo Beckmann in seinem Grußwort an, und nahm die verantwortlichen Landespolitiker in die Pflicht. „Das Kooperationsverbot müsse durch ein Kooperationsgebot ersetzt werden“, forderte Beckmann. Es ist sehr wichtig die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen kritisch zu begleiten, um zu verhindern, dass rein wirtschaftliche Interessen die Bildungslandschaft beeinflussen könnten.

In seinem Einführungsvortrag belegte Prof. Dr. Hillenbrand von der Universität Oldenburg, dass erfolgreiche Unterrichtsführung zwar sehr von der Lehrerpersönlichkeit abhänge, wenn aber die Gesellschaft die Schule bei der Inklusion allein lässt, kann sie nicht funktionieren. Inklusion impliziert nicht die Abschaffung der Förderung, auch in entsprechenden Schulen. Er appellierte an die Politik, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Erfüllung der UN-Resolution ermöglicht.
Frau Schiller, Lehrerin in Hamburg, berichtete eindrucksvoll über die Umsetzung ihrer „Lernwerkstatt“. Das Publikum konnte wichtige Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen. Eine Kollegin: “Gerade die Verbindung wissenschaftlicher Grundlagen mit den Erfahrungen der täglichen Unterrichtspraxis machen diesen Weiterbildungstag so interessant.“ In nachmittäglichen Workshops gab es vor allem Praxistipps. Vom Umgang mit ADHS, der Raumgestaltung für inklusiven Unterricht und dem Einsatz moderner Unterrichtstools ging es bis zur Selbst- und Klassenführung, um im Lehrerberuf gesund arbeiten zu können.

Fazit gegen 16 Uhr: Eine Veranstaltung, für die gern ein freier Sonnabend „geopfert“ wurde. Es gab viele Anregungen, die in ihre Umsetzung im täglichen Unterricht finden werden.